Abfuhr der Grünabfälle im Landkreis Cuxhaven 2010

Der Landkreis Cuxhaven wird die Abfuhr der Grünabfälle für das Jahr 2010 neu regeln.
Das Unternehmen, das im letzten Jahr erstmals das Einsammeln von Gehölzschnitt und Laub übernommen hat, ist Konkurs. Daher muss die Vergabe neu ausgeschrieben werden.

Vor diesem Hintergrund hat der Umweltausschuss im Landkreis Cuxhaven erneut über das Thema diskutiert. Seit Sommer 2008 ist die Sammlung der Grünabfälle verstärkt in den Fokus gerückt. Für den Gebührenhaushalt der Abfallwirtschaft ist die Sammlung in der bisherigen Form aus verschiedenen Gründen problematisch. Die Mengen sind im Vorwege kaum einzuschätzen und es gibt keinerlei Steuerungsmöglichkeiten, was die Kalkulation erschwert. Die tatsächlichen Kosten können so nur im Nachhinein ermittelt werden.

Die Verwaltung wollte daher eine Gebührenpflicht für die Verursacher einführen. Das hat der Kreistag mit der Verabschiedung der „Abfallentsorgungssatzung“ dann Grundsätzlich beschlossen. Die SPD hatte sich mit ihrem Antrag, die Sammlung weiter aus den Grundgebühren zu finanzieren nicht durchsetzen können. Als es dann jedoch konkret wurde  – pro Sack bzw. Schnur € 1,50 Gebühr hat sich die Mehrheitsgruppe CDU/FDP unserer Initiative angeschlossen, und die Gebührenpflicht ausgesetzt.

In diesem Jahr hat die Verwaltung einen anderen Vorschlag ausgearbeitet, der nach intensiver Diskussion beschlossen wurde. Der Landkreis wird kompostierbare Säcke und Schnüre beschaffen, die an den Verkaufsstellen der amtlichen Müllsäcken erhältlich sein werden. Andere Säcke und Schnüre werden bei der Straßensammlung im Herbst nicht mitgenommen.
Die Säcke werden 40 Cent kosten, die Schnüre 20 Cent, das ist der Selbstkostenpreis mit einer geringen Spanne für die ausgebenden Einzelhändler. Die Sammlung selbst bleibt gebührenfrei, die Kosten werden über die Grundgebühr gedeckt.

Vorteile dieser Regelung:

  • durch die zentrale Ausgabe der Säcke ist erstmals eine Kalkulation der zu erwartenden Menge möglich
  • durch eine Beteiligung der Verursacher gibt es ein Steuerungselement
  • das Einsammeln geht erheblich schneller, was positive Auswirkungen auf die Kosten hat
  • die Arbeit ist weniger kraftaufwendig, z.T. war die bisherige Praxis nicht mit dem Arbeitsschutzgesetzen zu vereinbaren

Nachteile / Risiken dieser Regelung:

  • die Bewohner im Landkreis Cuxhaven müssen diese Neuregelung kennen und akzeptieren – dafür bleibt nicht viel Zeit
  • die Gefahr wilder Müllkippen wächst
  • Anlieger, vor deren Grundstücken sich viel „öffentliches“ Laub sammelt, haben neben der Arbeit nun noch die Kosten
  • die Haltbarkeit der Säcke muss sich noch beweisen, wenn feuchtes Laub 14 Tage oder länger auf die Abfuhr wartet, besteht die Gefahr, dass beim Einsammeln der Boden reißt…

Ich halte die gefundene Lösung für einen tragfähigen Kompromiss. Wenn in Einzelfällen Anwohner große Mengen an Laub von Gemeindebäumen vor ihrer Tür haben, hoffe ich auf unbürokratische Hilfe aus den Rathäusern. Spätestens im Frühjahr 2011 wird der Umweltausschuss des Landkreis Cuxhaven dieses Modell bewerten und eine Entscheidung für die Zukunft treffen.

Langen: Friedrichsruh eröffnet

Friedrichsruh in Langen

Gute Stimmung in Friedrichsruh in Langen

Viele Besucher waren dabei, als gestern die neu gestaltete Fläche „Friedrichsruh“ in Langen eingeweiht wurde.
Das Projekt der Wiederbelebung des früher gerade bei den Bremerhavenern sehr beliebten Naherholungsgebietes ist ein weiteres Ergebnis aus der Spielleitplanung. Die Pläne wurden gemeinsam mit den Anwohnern, den in der nähe gelegenen Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen sowie Interessierten entwickelt. Die Umsetzung erfolgte Naturnah, schließlich liegt Friedrichsruh direkt im Wasserschutzgebiet.

Jetzt gibt es unter anderem ein kleines Naturklassenzimmer, das sich natürlich auch für Veranstaltungen anderer Art nutzen lässt, Baumstämme zum Balancieren, seniorengeeignete Sportgeräte und ein klassisches Spielgerät zum Klettern.

Eröffnungsfeier Friedrichsruh Langen

Eröffnungsfeier Friedrichsruh Langen

Das Rahmenprogramm der Eröffnung haben in erster Linie die Kindergärten der Stadt Langen organisiert. Es gab Vorführungen, Geschicklichkeitsspiele, kreative Aktionen und Verlosungen. Das durch Kuchenverkauf eingenommene Geld kommt allen Kindergärten der Stadt zugute.

Langen hat mit der Investition in Friederichsruh den „Wasserwerkswald“ aufgewertet und ihn für Spaziergänger abwechslungsreicher gestaltet. Es soll noch ein Pavillon errichtet werden, in dem dann eine Bewirtschaftung stattfinden kann und gemeinsam mit dem BUND wird eine neue Beschilderung der Bäume erfolgen.

Ein Besuch lohnt!

DFB-Pokalfinale am 15. Mai in Berlin

1994 war ich letztmals beim Finale im Berliner Olympiastadion. Damals war es einfacher an Karten zu kommen, da waren keine Verlosungen nötig.
Nach 16 Jahren ist es mal wieder an der Zeit für mich, live im Stadion dabei zu sein. Daher: die Verlosung.
Ja, ich habe eine Karte. Zum normalen Preis.
Allein damit hat sich die Fördermitgliedschaft beim ruhmreichen SV Werder bezahlt gemacht. Da bleibt nur die Frage der An-und Abreise. Alleine mit dem Auto? Ist blöd und macht mit dem kleinen Cuore auch keinen Spaß. Also mit Zug?
Da gibt es zu ersteinmal den Sonderzug. Für 49,- Euro hin und zurück. Unschlagbar günstig. Abfahrt Bremen am Samstag 15. Mai um 8.00 Uhr, Abfahrt Berlin am Sonntag, 16. Mai um 01.56 .Uhr.  Ankunft Bremen Hbf am Sonntag morgen um  05.45 Uhr…
Stimmung im Zug ist garantiert (beim richtigen Ergebnis sowieso), aber ich fürchte, Bremen-Berlin-Pokalfinale-Bremen in weniger als 22 Stunden – aus dem Alter bin ich raus. Und wenn ich nach Berlin fahre, bleibe ich gern länger als zwölf Stunden in der Stadt.
Die regulären Zugverbindungen: zu den Zeiten die ich gern hätte 178,- Euro, als Supersparpreis 138,- Euro. Wie man die Bahn kennt, natürlich  ohne Reservierung eines Sitzplatzes.

Und Fliegen? Lufthansa bietet mir eine Verbindung von Bremen über Frankfurt für 500 Euro.
Ryanair: zu den Zeiten die ich gern hätte, inklusive aller versteckten Kosten und bevorzugtem Einsteigen, Bremen – Berlin direkt, Flugzeit eine Stunde: 129,94 Euro. Bei aller berechtigten Kritik an den Billigfliegern und Sympathie für das Bahnfahren: da muß ich fliegen, die Bahn kann ich mir nicht leisten…

Ich freue mich auf tolles Wochenende in Berlin, mit frustrierten Bayern und glücklichen Bremern!

Lärmaktionsplan für Langen

Das Lärm nicht nur nervt, sondern krank macht ist mittlerweile hinreichend wissenschaftlich belegt. Selbst wenn er nicht bewusst wahrgenommen wird, zum Beispiel im Schlaf, sorgt Lärm für einen signifikanten Anstieg des Blutdrucks. Und bei Krach überhaupt schlafen zu können, ist nicht so einfach.

Um einen besseren Gesundheitsschutz zu ermöglichen, hat die EU gehandelt. In der „Umgebungslärmrichtlinie“ werden die Kommunen verpflichtet einen „Lärmaktionsplan“ aufzustellen.

In diesen Plänen erfolgt zunächst eine Analyse der konkreten Lärmbelastung vor Ort und dann werden Möglichkeiten zur Reduzierung aufgezeigt. Leider bedeutet das nicht, das sofort Ruhe einkehrt. Aber jeder hat eine Argumentationshilfe – und möglicherweise können einige Vorschläge schnell umgesetzt werden.

Bevor der Lärmaktionsplan der Stadt Langen verabschiedet wird, hat jeder Bürger noch einmal Gelegenheit zur Stellungnahme.

Der Entwurf des Lärmaktionsplanes liegt in der Zeit vom 19. April 2010 bis 21. Mai 2010 im Rathaus der Stadt Langen, Bürgerbüro, Sieverner Straße 10, 27607 Langen, während der Öffnungszeiten (Montag, Dienstag u. Donnerstag von 8:00- 18:00 Uhr, Mittwoch u. Freitag von 8:00- 12:30 Uhr und am 2. Samstag im Monat von 08:00- 12:30 Uhr) zur Einsicht öffentlich aus.

Während der Auslegungszeit können von jedermann Vorschläge zum Lärmaktionsplan abgegeben werden, die bei der weiteren Bearbeitung berücksichtigt werden.

Auch bei Unterrichtsausfall – Betreuung muss angeboten werden

Der Winter sorgt weiter für Schulausfall. Für morgen melden sich die Schulen in Bremerhaven ab. Der Landkreis Cuxhaven wird erst in den frühen Morgenstunden eine Entscheidung treffen und verkünden, ob es erneut schulfrei gibt. Für mich sieht es verdammt nach einem weiteren Tag ohne Unterricht aus. Viele Schulen haben mittlerweile Probleme, den Stoff nachzuholen. Gerade die Gymnasien, denen ja ohnehin ein Jahr fehlt, haben darunter zu leiden.
Definitiv klar ist mir nun die Betreuungsfrage bei Unterrichtausfall. Ich hatte unterschiedliche (und widersprüchliche) Aussagen gehört, und weder in den Durchsagen noch in den anderen Veröffentlichungen gab es eine klare Ansage.
Darum habe ich mich an den Landkreis Cuxhaven gewandt, der klarstellt:
die Betreuung der Kinder an den Schulen ist auch bei Unterrichtsausfall gewährleistet.

Geregelt für das Land Niedersachsen ist das durch den Runderlass des Niedersächischen Kultusministeriums vom 20.08.2005 in dem es wörtlich heißt:
„Ist Unterrichtsausfall angeordnet, muss gewährleistet sein, dass Aufsichtspflichten gegenüber Schülerinnen und Schülern, die trotz des Unterrichtsausfalls zur Schule gekommen sind, erfüllt werden.“

Das gilt für alle Schulformen, die Zeiten der Aufsichtspflicht entsprechen m.E. dabei den üblicherweise betreuten Zeiträumen. Wenn also der Schulweg des Kindes auf dem Arbeitsweg liegt, braucht man keine extra Betreuung organisieren, es sollte problemlos möglich sein, sein Kind dort betreuen zu lassen.

Kreis Cuxhaven: auch die Müllabfuhr fährt nicht überall

Der Salzmangel und die dadurch bedingt wiederkehrende überfrierende Straßenglätte fordern weiter Einschnitte in die Infrastruktur:
Der Landkreis Cuxhaven meldet auf seiner Website, dass es witterungsbedingt nicht nur zu Verzögerung bei der Müllabfuhr, sondern auch zum kompletten Ausfall einzelner Abfuhrtouren kommen kann.

Keine Müllabfuhr im Landkreis Cuxhaven

Keine Müllabfuhr im Landkreis Cuxhaven

Wenn die Tour abgebrochen wird, also der Müll bis zum Abend nicht abgeholt wurde, wird es keinen Ersatztermin geben. In diesem Fall soll man seine Mülltone wieder reinholen und erst zum nächsten regulären Termin an die Straße stellen.
Zum Glück kann der zusätzliche Abfall dann  auch in „Beistellsäcken“ neben die Tonne gestellt werden. Die teuren „amtlichen Müllsäcke“ des Landkreises muss also deswegen niemand kaufen. Wer also Platz für zusätzliche Säcke hat, kommt mit einem blauen Auge davon.
Bei den aktuellen Temperaturen dürften sich die biologischen Prozesse in der Mülltone auch im Rahmen halten..

Bei uns wird laut Plan morgen der Restmüll geholt. Ich bin gespannt.

Wegen Glatteis: Unterrichtsausfall im Landkreis Cuxhaven


Heute ist im Landkreis Cuxhaven an allen allgemein und berufsbildenden Schulen der Unterricht ausgefallen. Aufgrund der extremen Wetterverhältnisse.
Die Schüler wird das überwiegend gefreut haben, und einen Tag vor der Zeugnisausgabe  ist der Unterricht in der Regel auch nicht zu theorieüberladen.

Die Entscheidung ist durchaus nachvollziehbar: der Landkreis Cuxhaven ist ein Flächenlandkreis, und vermutlich war die Schülerbeförderung nicht sichergestellt. Allerdings sind fast alle Grundschulen verlässliche Schulen. Es gibt (noch) einige volle Halbtags- und sogar einige Ganztagsschulen darunter.
Leider wurde auch keine Betreuung angeboten.
Selbstverständlich planen berufstätige Eltern die Schul- &  Betreunugszeit ein. Und es nicht so einfach um halb sieben am Morgen eine adäquate Versorgung für Grundschüler zu organisieren. Einige mussten so deutlich weitere Wege zurücklegen, um ihre Kinder unterzubringen. Da wäre ein Betreuungsangebot in den Räumlichkeiten der Schule sicher einfacher gewesen.

Auch die Informationspolitik könnte besser sein. Auf der Seite der Nordsee-Zeitung stand nichts zu dem Thema, bei den Cuxhavener-Nachrichten auch nicht, auf der Landkreisseite musste man sich zu der Nachricht durchklicken. Nur Radio Bremen hatte die Meldung dort, wo sie hingehört: auf der Startseite.

Wenn der Unterricht im Landkreis Cuxhaven ausfällt, wird das ab ca. 6.00 Uhr hier: >> KLICK << bekannt gegeben!

Jetzt runderneuert!

Irgendwann 2008 (ja, spät) habe ich mich entschlossen  „jetzt doch zu bloggen“.

Ich hatte verschiedene Blogs mehr oder weniger regelmäßig besucht und nach dem Motto „warum nicht?“ entschlossen selber aktiv einzusteigen. Erstmal wurde natürlich Tante Google gefragt, wo, wie und überhaupt.

Die Kernfrage: den Blog selber hosten oder zu einem Dienst gehen?
Meine Antwort: erstmal ausprobieren, wenn es gut ist kannst Du ja immer noch selber hosten. Die Domain boeltes.de habe ich jetzt fast 10 Jahre. Anfang 2000 konnte man sich bei dem Dienst freecity kostenlos eine de-Domain registrieren lassen, seit dem hat boeltes.de eine wechselvolle Geschichte und ich habe selfhtml lieben gelernt.
Die Frage welcher Dienst war schnell beantwortet. WordPress bietet beides den fertigen Dienst und die Möglichkeit alles selbst zu machen. Dazu umfassende Dokumentation und Support durch die Comunity. Und alles kostenlos.
Also habe ich das eine getan, ohne das andere zu lassen. Hier angefangen zu bloggen und auf meinem Webspace wordpress instaliert und ausprobiert.
Nach einem Jahr habe ich Bilanz gezogen.
Keine Frage: selbst gehostet bietet deutlich mehr Möglichkeiten.
Doch auch wordpress.com bietet schon einigen Komfort. Und während der selbstgemachte Blog nur unter Laborbedingungen existierte, hatte dieser hier schon den einen oder anderen Leser und auch Google Treffer zu verzeichnen.
Und um die statische Seite boeltes.de hatte ich mich in der Zwischenzeit nicht mehr gekümmert.
Also den Blog auf die eigene Domain umziehen? Was würde Google dazu sagen, was die externen Links?
Auch keine Lösung.

Stattdessen mappe ich boeltes.de jetzt  auf boeltes.wordpress.com. Die Daten liegen weiter auf den wordpress Servern, sind aber über boeltes.de zu erreichen.
Das kostet mich 9.97 US $ pro Jahr (und meinen Provider einige Einträge) und sorgt dafür das boeltes.de wieder lebt – und die alten links werden sauber umgeleitet.
Weil ich gerade dabei war, habe ich auch noch ein neues Theme spendiert :-)

Weihnachten im Schuhkarton?

Die Zeitungen werden dicker (ohne den redaktionellen Teil zu erweitern) , die günstigen Kerzen für den Adventskranz sind ausverkauft, jede menge „Best of“ Alben erscheinen.
Weihnachten steht vor der Tür.

Traditionell auch die Zeit, in der die Spendenbereitschaft in Deutschland steigt.
Auch in Zeiten der Krise werden sich viele Menschen ihrer privilegierten Situation bewusst und haben das Bedürfnis, anderen zu Helfen.
Das wissen selbstverständlich auch diejenigen, die Spenden einsammeln…

Heute ist offenbar wieder der mediale Auftakt der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“
Eine simple Idee, geschicktes Marketing: besonders Familien werden aufgefordert, mit in einem Schuhkarton verpackten Geschenken Kindern eine Freude zu machen, die sonst zu Weihnachten nichts bekommen. Und wer möchte schon zu Weihnachten traurige Kinderaugen?

Zunächst das Positive: „Weihnachten im Schuhkarton“ ist eine aktive und konkrete Auseinandersetzung damit, dass der Wohlstand auf der Erde ungerecht verteilt ist. Wenn schon Kinder drüber nachdenken und etwas dagegen tun möchten ist das gut.
Mein Problem mit „Weihnachten im Schuhkarton„: diese Art Aktion ändern nichts an der Ursache, lindert nicht einmal die wichtigsten Symptome und wird als christliche Missionsveranstaltung durchgeführt.

Organisiert wird „Weihnachten im Schuhkarton“ von „Geschenke der Hoffnung e.V.“, der den Eindruck erweckt, er sei eine selbständige Organisation, die zwar „auf ein Netzwerk internationaler Partner zurückgreift“, ansonsten aber unabhängig ist. Die Satzung liest sich anders. So sind Absicht und Ziel der Arbeit, nämlich die „Verbreitung des Wortes Gottes und die Förderung des christlichen Glaubens auf der Basis des Evangeliums“ voranzutreiben, sehr stark geprägt von Samaritan’s Purse (http://www.samaritanspurse.org/) und der Billy Graham Evangelistic Association (http://www.bgea.org/). Wenn darüber hinaus von den maximal 15 Mitgliedern, die der Verein haben darf, ein Mitglied (und auch ein Vorstand (§ 7)) von  Samaritan’s Purse oder der Billy Graham Evangelistic Association USA vorgeschlagen werden muss (§ 4) und zudem alle Mitglieder sich auf die Glaubensaussagen von Samaritan’s Purse verpflichten müssen (§ 4), dann wird verständlich, warum die US-amerikanischen Seiten den Verein als deutsches Büro auflisten: „Geschenke der Hoffnung, a ministry project of the Billy Graham Evangelistic Association and Samaritan’s Purse“. Im Verbund mit anderen Büros von  Samaritan’s Purse repräsentiert Geschenke der Hoffnung e.V. das amerikanische Hilfswerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bei der Verteilung der Geschenke wird mittlerweile darauf verzichtet, die Missionschrift direkt in die gepackten Geschenkkartons zu legen. Stattdessen wird sie zusätzlich Angeboten. Ein bunter Comic, den kaum ein Kind liegen lassen wird. Wer wissen möchte was den Kindern mitgegeben wird, kann das hier nachlesen.

Die humanitäre Bedeutung der Aktion strebt gegen Null. Nicht ohne Grund wird vermieden von einer Hilfsaktion zu sprechen…

Wer in diesem Sinne Kinder beschenken möchte, kann das gerne tun.
Mein Eindruck ist, dass viele zu wenig über den Hintergrund von „Weihnachten im Schuhkarton“ wissen und sich so zum Teil Instrumentalisieren lassen. Für eine Weltanschauung die sie persönlich nicht teilen.

Wer humanitär spenden möchte, kann aus zahlreichen Organisationen wählen. Am besten ist eine feste monatliche Spende einzurichten, statt einmal im Jahr oder bei besonderen Katastrophen das Portemonnaie zu öffnen.  Ich persönlich empfehle gern die Ärzte ohne Grenzen

Wer die Ursachen bekämpfen möchte, kann selbst aktiv werden. Das ist ein dickes Brett, das zu bohren lohnt.

Sigmar Gabriel und Andrea Nahles in Loxstedt

Gabriel und Nahles diskutieren im Landkreis Cuxhaven

Heute Samstag  bestand für alle Interessierten im Raum Bremerhaven-Cuxhaven die Möglichkeit, sich ein Bild von den Kandidatenduo Sigmar Gabriel und Andrea Nahles zu machen.
Im Vorfeld des Parteitages, bei dem er sich um den Vorsitz und sie sich als Generalsekretär bewirbt, machen die beiden eine Tour durch die Partei.
Die meisten der Veranstaltungen waren nur für SPD-Mitglieder. Unsere war selbstverständlich öffentlich.

Rund 300Menschen sind zur besten Bundesligazeit nach Nesse gekommen, um erstens zu hören wie sich die beiden präsentieren und ihnen zweitens einiges mit auf den Weg zu geben.

Sie haben einen gut aufgelegten, rhetorisch starken und menschlich sympathischen Sigmar Gabriel erlebt.
Er hat zu beginn zunächst Position gegen die schwarz-gelbe Regierung bezogen und am Beispiel des „schneidigen Spalters Rösler“ die zu erwartende Klientelpolitik gebrandmarkt.

Dann ging es ans Eingemachte. Klare Worte zum Zustand der SPD, die in den vergangenen zehn Jahren 10.000.000 Wähler verloren hat. Die meisten von ihnen sind nicht mehr zur Wahl gegangen. Rund 1.100.000 von ihnen haben DIE LINKE gewählt, 1.400.000 CDU oder FDP.
Wenn die Partei so viele Wähler in verschiedene Richtungen verliert, dann ist das Bild in der Öffentlichkeit „unscharf“.
Gabriel hat daran erinnert, dass die Agenda 2010 zwar den Spaltungsprozess der Partei beschleunigt hat, die Reihe der Wahlniederlagen aber schon deutlich früher begonnen hat.
Von den Maßnahmen, die zur Agenda gehören ist bei den meisten nur Hartz IV im Gedächtnis geblieben. Und davon auch nur der bedrohliche Teil: die reale Gefahr nach jahrelanger Arbeit und einem Jahr Arbeitslosengeld einen sozialen Absturz ins bodenlose zu erleben.
Sigmar Gabriel hat als Anspruch für die SPD formuliert: jeder muss die Gelegenheit zum Aufstieg haben und vor dem Absturz geschützt werden. Er hat dazu aufgefordert die Regierungszeit Revue passieren zu lassen. Was ist gut gewesen? Was war gut, aber schlecht vermittelt? Was war schlecht?
Es geht darum die soziale Kompetenz wieder zu erlangen, die die Wähler bei der SPD offensichtlich nicht mehr sehen.
Zur Volkspartei gehört zusätzlich solide Wirtschaftspolitik und eine zukunftsorientierte ökologische Politik. (Wenn er nicht in den letzten Jahren so missbraucht worden wäre, hier hätte der Begriff der „Nachhaltigkeit“ gepasst.)

Auch zum Innenleben der Partei hat sich Sigmar klar positioniert: es muss mehr Diskutiert, die Basis mehr in die Willensbildung einbezogen werden. Nur wer sicher ist, dass seine Argumente gehört und ernst genommen werden, wird eine Entscheidung auch dann mittragen, wenn er die Abstimmung verloren hat.

Das war auch die Kerbe, in die Andrea Nahles geschlagen hat. Die habe ich allerdings schon deutlich frischer und besser erlebt.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Sigmar Gabriel es ernst meint. Er  hat die Auseinandersetzung nicht gescheut, konzentriert zugehört und präzise geantwortet. Er hat dabei den richtigen Ton getroffen, Argumente geboten, Stellung bezogen. Er war selbstkritisch – ohne der Versammlung nach dem Mund zu reden und hat weitere Debatten angeboten, bei den Themen, bei denen sich Bedarf zeigte.

Sigmar Gabriel hat die hohen Erwartungen an ihn an diesem Nachmittag nicht nur erfüllt, er hat sie übertroffen. Damit hat zugleich die Ansprüche, die an ihn als Vorsitzenden gestellt werden nach oben geschraubt.

Es ist wirklich jetzt alles gesagt dazu.

Wer die Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Minister nicht gesehen hat, hier ein kurzer Ausschnitt.

Es ist Deutschland hier.

 

Na, dann bin ich jetzt wohl vierzig…

Ein kontrollierender Blick in den Ausweis. Dann in den Spiegel. Nochmal in den Ausweis.
Ich habe es amtlich: vier Jahrzehnte sind um.
Wie bei den Frauen der dreißigste Geburtstag, wird bei den Männern die Vollendung  des vierzigsten Lebensjahres mit allerlei Unruhe in Verbindung gebracht.
Existenzielle Fragen nach dem Sinn des Lebens, Midlife crisis, neuerdings versucht auch die Pharmaindustrie den Männern ein „Menopause“ einzureden (für die sie selbstverständlich schon eine entsprechende Substitutionstherapie im Angebot hat…)
Nun, die Frage nach dem Sinn des Lebens wurde 1983 umfassend erörtert, und auch sonst stelle ich mir nicht mehr Fragen als vorher. Aber natürlich auch nicht weniger…
Halbzeit? Keine Ahnung – vielleicht beginnt auch schon das letzte drittel oder viertel.
Ziele? Klar, die sind weiter vorhanden. Mit den Jahren wächst auch die Fähigkeit ihre Erreichbarkeit realistisch einzuschätzen – und sie entsprechend zu formulieren :-)

Und immer noch gilt was Farin Urlaub sagt:
„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn Sie so bleibt.“